Wenn es eines gäbe, dann würden dort – dessen bin ich mir sicher – unzählige Fans eines der größten Schauspieler aller Zeiten ihre Ehrerbietung mit einem Besuch zeigen.
Ich schreibe von Klaus Kinski.

Sicherlich eine der umstrittensten Schauspieler-Persönlichkeiten, aber auch eine der faszinierendsten. Kinski war Exzentriker, liebenswürdig sanft bis fürchterlichen zornig. Wüste öffentliche Beschimpfungen und Wutausbrüche waren nicht selten.
Er war auf die Darstellung psychopathischer und getriebener Charaktere spezialisiert, arbeitete lange Jahre mit dem Regisseur Werner Herzog zusammen.

Dennoch schaffte es Kinski – zu Recht – mit Platz 45 unter die 50 größten Schauspieler aller Zeiten. Eine Rangliste, die die BBC 2006 veröffentlichte. Kein weiterer Deutscher war in der Auswahl.
Klaus Kinski [Klaus Günter Karl Nakszyński] lebte …

… von 18. Oktober 1926 bis 23. November 1991.
In seinem Haus bei Los Angeles starb Kinski mit 65 Jahren an einem Herzinfarkt. Auch wenn es ja eigentlich nicht in sein Leben paßt, er starb “eines völlig natürlichen, friedlichen Todes im Bett”.
Seine Asche wurde von seiner Tochter Nastassja bei San Francisco in den Pazifik gestreut.

Der letzte vollendete Film von Klaus Kinski ist “Kinski Paganini”. Kinski spielte die Hauptrolle, übernahm Regie, Buch und Schnitt. Dazu ein kurzer Trailer:

Der Film spielt im Europa des 19. Jahrhunderts. Er zeigt Kinskis Sichtweise und Darstellung der Person Niccolò Paganinis (Violinist und Komponist).
Ausgangspunkt ist ein Konzert, in dem die Wirkung Paganinis Musik auf das weibliche Geschlecht deutlich gemacht wird. Es folgt eine Bilderflut, hauptsächlich mit der unersättlichen Begierde Paganinis nach Frauen und seinem langsamen Verfall.
Der umjubelte Musiker ist chronisch pleite und sein Lebensstil ist gerade der Kirche ein Dorn im Auge. Der Film geht nicht biographisch vor.
Durch die Person Kinskis als Hauptdarsteller sicherleich kaum besser zu besetzen!

Kinskis offizielle Webseite und eine Hommage an ihn.

Ein spannendes Interview, welches Kinski in seiner ganzen exzentrischen Art zeigt:

Und: Klaus Kinski rastet beim Dreh zum Film “Fitzcarraldo” komplett aus, dabei wars noch ein eher milder Wutanfall: